Gentechnisch veränderter Leinsamen: Hersteller ziehen erste Produkte zurück
Sind Brötchen und Müsli doch zu retten? Am 11.9. hat Greenpeace die Namen von Produkten veröffentlicht, in denen Gen-Leinsaat nachgewiesen wurde. Etwa drei Stunden später meldete sich der erste Hersteller: Die Harry Brot GmbH kündigte telefonisch an, ihre Harry Mehrkornbrötchen in Deutschland vom Markt zu nehmen. Wenig später nahmen weitere Unternehmen Stellung. Die Branche ist aufgeschreckt, stellt Gentechnikexpertin Stefanie Hundsdorfer von Greenpeace fest. "Die schnellen Reaktionen der vier Unternehmen zeigen, dass wir als Verbraucher wirksam Druck gegen Gentechnik machen können."
Der Lebensmittelskandal war am Donnerstag publik geworden. Über das Europäische Schnellwarnsystem (RASFF) hatten die deutschen Behörden erfahren, dass Brot, Brötchen und Müsli mit illegalem Gen-Leinsamen verunreinigt seien. Nachfolgende Tests bestätigten die Warnung, doch die Behörden veröffentlichten keine Namen. Greenpeace ließ daraufhin von einem Speziallabor stichprobenartig Produkte analysieren. Alle waren in Hamburger Supermärkten gekauft geworden - bei Edeka, REWE, Rossmann und Schlecker. Das Ergebnis der Untersuchung gaben wir am Freitagmittag heraus. Die erste schriftliche Stellungnahme kam von der Seitenbacher GmbH: Das positiv getestete Seitenbacher Frühstücksmüsli wird bundesweit vom Markt genommen und ab der kommenden Woche mit Bio-Leinsamen hergestellt. Außerdem hat das Unternehmen zugesichert, Leinsaat zukünftig routinemäßig zu testen. Die REWE-Handelsgruppe schrieb per E-Mail, sie werde die von Greenpeace genannten verunreinigten Produkte in Deutschland vorübergehend aus dem Handel nehmen. Das betrifft nicht nur die Harry Mehrkornbrötchen sondern auch geschroteten Leinsamen der Eigenmarke REWE. Die Firma Seeberger meldete sich zwar nicht bei Greenpeace. Doch das Handelsunternehmen hat über die Medien bekannt gegeben, dass es die 500-Gramm-Packungen seiner Leinsamen zurückziehen werde. Dies gelte für Leinsaat mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich Mai 2010.
Mehr: Leinsamenskandal: Händler und Hersteller reagieren auf Greenpeace-Tests - Greenpeace, Nachrichten zum Thema Gentechnik

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