Seit 1997 lässt Taifun Soja am Oberrhein anbauen. Jetzt stößt man dabei an klimatische und räumliche Grenzen - und intensiviert deshalb die Saatgutforschung.
Mit Tofu die Welt retten?
Taifun macht von Herzen gerne Tofu. Doch Tofu ist für Taifun mehr als nur ein Produkt - es ist eine Möglichkeit, die Welt ein bisschen besser zu machen. Wie? Zum Beispiel, indem Taifun vom Saatgut bis zur Auslieferung alle Prozesse ökologisch optimiert, über die Firmengrenzen hinaus.
Taifun, mit Sitz in Freiburg, hat 1997 den Anstoß dafür gegeben, dass Soja in der Region um Freiburg (Oberrhein) angebaut wird. Das war nicht nur eine Sicherheitsfrage wegen der aufkommenden gentechnisch veränderten Sorten. Soja bot deutschen Landwirten eine neue Absatzchance, neue Flächen konnten umgestellt werden. Sojabohnen bereichern auch die Fruchtfolge und fördern als Leguminosen die Bodenfruchtbarkeit, weil sie den Boden lockern und Stickstoff aus der Luft im Boden binden, der der Folgekultur als Dünger zur Verfügung steht.
Regionale Standorte für Soja werden knapp
Auf nahezu 500 Hektar bauen 46 Bio-Landwirte am Oberrhein Soja für Taifun an. Fast die Hälfte der 2.200 Tonnen Soja, die Taifun verarbeitet, stammt bereits aus regionaler Erzeugung. Doch das Erfolgmodell lässt sich nur schwer ausweiten. Außerhalb der wärmsten Region Deutschlands will die Sojabohne nicht so recht gedeihen. Praktisch an allen infrage kommenden Standorten wird bereits Soja für Taifun angebaut.
Soja lernt die Kälte lieben
Von Anfang an hat Taifun die Sorten in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Züchtern selbst ausgewählt. 2004 hat sich Taifun als Saatgutvermehrer für Bio-Soja in Deutschland zertifizieren lassen, lässt bei Vertragslandwirten vermehren und führt Sortenversuche in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Universitäten durch. Bisher stand dabei vor allem die Eignung für die Tofuherstellung im Vordergrund: Benötigt werden besonders proteinreiche Sorten. Neues Züchtungsziel ist die Anpassung an rauere Standorte, damit Bio-Soja in ganz Deutschland angebaut werden kann und nicht nur in geschützten, sonnigen Flusstälern, in denen auch Wein kultiviert werden kann. Zusam-men mit der Universität Hohenheim (Landeszuchtanstalt Eckartsweier) entscheidet Taifun Jahr für Jahr, welche Sojakreuzungen weiter verfolgt werden.
Um die Eignung für die Tofuerzeugung zu testen, entwickelt Taifun eine Labor-Tofurei im Miniaturmaßstab, die deutlich schneller arbeitet und mit einer geringen Produktionsmenge auskommt. So können viele verschiedene Kreuzungen in kurzer Zeit durchgetestet werden.
Warum macht sich Taifun diese Mühe?
Warum Soja nicht einfach im Ausland kaufen? Es liegt auf der Hand: Die Kontrolle der gesamten Kette von Saatgutzüchtung über Vermehrung, Anbau und Transport bis zur Verarbeitung sowie die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Erzeugern ist letztlich umso einfacher, je näher alles "am Haus" ist, die Partner die gleiche Sprache sprechen und sich auch persönlich regelmäßig sehen können. Nicht zuletzt sind auch die Transportwege kürzer. Deutschlandweiter Vertragsanbau für Bio-Soja - bis 2020.
Life Food GmbH
Taifun-Tofuprodukte

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vor 12 Wochen 4 Tage